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Bildungsexpansion und Bildungschancen

작성자 최고관리자

작성일 2024.02.02

69회

Bildungsexpansion und Bildungschancen 

Rainer Geißler(Mehr zum Autor)öffnen

16.12.2014 / 19 Minuten zu lesen




Die sogenannte Bildungsexpansion gehört zu den auffälligsten                              Erscheinungen des sozialen Wandels seit den 1950er-Jahren. 

Die Bildungschancen von Kindern aus verschiedenen Schichten sind weiterhin  sehr ungleich verteilt, und die Bildungsbenachteiligung lässt sich wegen ihrer    hochkomplexen Ursachen nur schwer mildern.


Bildungsexpansion - Schulbesuch an verschiedenen Schularten 

Bildungsexpansion

Moderne Gesellschaften werden zu Recht häufig als "Wissensgesellschaften" bezeichnet, denn Wissen und Bildung haben zunehmend an Bedeutung für die Entwicklung und die Konturen einer modernen Sozialstruktur gewonnen. Mit "Bildungsexpansion" wird die enorme Ausdehnung des Bildungswesens in den vergangenen Jahrzehnten bezeichnet, insbesondere der Ausbau der Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien sowie der Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Immer mehr junge Menschen besuchen weiterführende Bildungseinrichtungen, erwerben mittlere oder höhere Bildungsabschlüsse und verweilen immer länger im Bildungssystem.

Dieser Trend wird drastisch sichtbar, wenn man die heutige Verteilung der jungen Menschen auf die verschiedenen Schulformen mit der Situation in den 1950er-Jahren vergleicht. Die damalige Volksschule war in den ersten Nachkriegsjahrzehnten eine echte "Hauptschule". 1952 wurde sie noch von 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse besucht. Nur etwa ein Fünftel der Jugendlichen ging seinerzeit auf weiterführende Schulen – 13 Prozent auf Gymnasien und 6 Prozent auf Realschulen. 1960 waren die Abiturientinnen und Abiturienten noch eine kleine exklusive Gruppe; lediglich 6 Prozent eines Schülerjahrgangs erwarben die allgemeine Hochschulreife.

Seit Beginn der 1990er-Jahre ist das Gymnasium zur meistbesuchten Schulform avanciert. 2012 gingen 37 Prozent der Vierzehnjährigen auf ein Gymnasium, 24 Prozent besuchten eine Realschule und 20 Prozent integrierte Schulen. 2011 schlossen 35 Prozent des entsprechenden Schülerjahrgangs mit dem Abitur ab. Die Hauptschule dagegen wird ihrem Namen schon seit den 1970er-Jahren nicht mehr gerecht. 2012 wurde sie nur noch von 15 Prozent der Achtklässler besucht, in vielen Großstädten liegt die Besuchsquote noch erheblich niedriger. In einigen der neuen Bundesländer ist die Hauptschule im Zuge der Umgestaltung des sozialistischen Bildungswesen gar nicht erst eingerichtet worden, und derzeit wird sie in zahlreichen Ländern mit der Realschule zu integrierten Schulen, die unterschiedliche Namen tragen, zusammengefasst. Diese Zahlen verdeutlichen den Boom der Gymnasien, Realschulen und integrierten Schulen und die damit verbundene Krise der Hauptschule.



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